Ihre Tasche, unsere Geschichte
Montaigne
Eine Geschichte zum Entdecken, ein Handwerk zum Bewahren

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Craie
Wenn ich an die Farbe Craie denke, kommen mir sofort die Kalksteinböden der Weinberge im Burgund in den Sinn. Fast meint man, beim Anblick dieser Farbe den feinen Geschmack eines Pinot Noir auf der Zunge zu spüren. Gleichzeitig führt mich meine Vorstellung an die Küste der Normandie, nach Etretat, wo ich diesen Weißton in den hellen Felsen wiedererkenne.
Craie ist eine besondere Farbe die etwas Reines ausstrahlt.

Ivoire
Ich liebe Ivory...für mich erinnert die Farbe an den warmen, cremigen Schaum eines Cafe Latte, den ich mir an einem Tisch im Cafe de Flore in Saint Germain des Pres vorstelle. Den Menschen beim Vorbeigehen zusehen, as alltägliche Pariser Leben beobachten und einfach den Moment genießen. Dabei wird mir immer wieder bewusst, wie wichtig es ist, sich manchmal Zeit zu nehmen, innezuhalten und den Augenblick bewusst wahrzunehmen.
Ivory ist eine warme Farbe, die etwas Beruhigendes und Vertrautes ausstrahlt. Eine Farbe, in der man sich einfach wohlfühlt.

Greige
Greige ist eine wunderschöne Farbe, die irgendwo zwischen Grau und Beige liegt. Für mich erinnert sie sehr an Paris und an die charakteristische Haussmann-Architektur der Stadt.
Das Gemälde von Pissarro fängt genau den Greige-Ton ein, den ich besonders liebe. Greige steht für Eleganz und Raffinesse. Für Menschen, die einen kosmopolitischen Lebensstil und eine gewisse künstlerische Ästhetik schätzen.
Als ich nach Paris gezogen bin, habe ich immer davon geträumt, einmal in einem dieser wunderschönen Haussmann-Gebäude zu leben. Dieser Traum ist tatsächlich Anfang meiner 30er wahr geworden.
Greige erinnert mich ebenfalls an die Werke von Bourdelle, dessen ehemaliges Atelier und Museum im 15. Arrondissement von Paris befindet und sind auf jeden Fall einen Besuch wert.

Tourterelle
Michinos beliebteste Farbe ist Tourterelle, auf Französisch bedeutet das "Taube". Dieser besondere Beigeton hat einen leichten Roséton anstelle eines gelblichen Untertons und lässt sich das ganze Jahr über tragen. Für mich ist Tourterelle sowohl klassisch, als auch modern.
Die Farbe erinnert mich an die Stoffe und Drapierungen der Kleider von Madame Grès und hat gleichzeitig etwas sehr Französisches. Sie lässt mich an die sonnenbeschienen Sanddünen der Dune du Pilat im Südwesten Frankreichs denken.
Tourterelle verbindet für mich Orte, die ich liebe, mit einem kleinen Stück Modegeschichte. Die Farbe hat etwas Nostalgisches und wirkt zugleich feminin und zeitlos.
ELEFANT
Erst mit der Zeit habe ich die Schönheit dieser besonderen Elefant-Farbe für mich entdeckt. Für mich ist es eine Farbe, deren besonderer Charakter sich vielleicht erst dann erschliesst, wenn man bereits viele verschiedene Farben und Nuancen getragen hat. Sie hat etwas Zurückhaltendes und zugleich sehr Raffiniertes.
Elephant lässt mich an Kaschmir, knisternde Kaminfeuer und Courchevel denken. An wunderschöne Chalets und kleine Holzhütten, an die weichen Schals von Loro Piana und die elegante Homewear von Cucinelli.
Für mich steht die Farbe Elefant für eine ganz selbstverständliche Eleganz.

Taupe
Wenn ich an die Farbe Taupe denke, kommt mir sofort eines meiner Lieblingsgemälde in den Sinn: "Raboteurs de Parquet" von Gustave Caillebotte. Als das Gemälde 1875 entstand, war die Darstellung körperlicher Arbeit und des alltäglichen Arbeitslebens in dieser Form etwas völlig Neues und sorgte in der Kunstwelt für Aufsehen.
Das Gemälde wurde vom "le Salon" abgelehnt, eins der damals wichtigsten Kunstausstellungen in Paris. Die Erfahrung bestärkte Caillebotte darin, seinen eigenen Weg zu gehen und sich von den etablierten Strukturen der Kunstwelt zu lösen.
Für mich ist Taupe deshalb eine Farbe für Menschen, die keine Angst davor haben, ihren eigenen Weg zu gehen. Für Menschen, die ihre eigene Welt so zeigen wie sie ist, ganz selbstverständlich und ohne Filter. Jemand mit einem ganz natürlichen Sinn für Stil.

KAMEL
Die Farbe Kamel versetzt mich zurück in die späten 90er und zu meiner damaliges Faszination für den Stil von Carolyn Bassette Kennedy. Eine ausgewaschene Bluejeans, ein weißes T-Shirt und dazu ein Kamelton und schon wirkt der Look gleichzeitig lässig und klassisch.
Eine Tasche in der Farbe Kamel verleiht einem simplen Look sofort eine elegante Note. Zu einem komplett schwarzen Outfit bringt sie Wärme ins Gesamtbild und lässt den Look weniger streng wirken. Genau diese Vielseitigkeit liebe ich.
Für mich ist Kamel sehr New York: cool, unkompliziert und stilvoll.

Gold
Nicht zu rot und nicht zu braun, erinnert der warme Farbton "Burnt Sienna" (den wir bei Lederwaren oft als "Gold" bezeichnen) and die Terrakottadächer vom Florenz, einer der kunstvollsten Städte Italiens. Florenz steht seit jeher für Leder und traditionelle Handwerkskunst.
Die weißen Nähte auf dem Goldleder erinnern mich and die helle Kuppel des Duomo. Ich stelle mir vor, dass jemand der diese Farbe liebt, eine besondere Affinität zu Kunst und Schönheit hat.

HELLROSA
Bei Hellrosa denke ich zuerst an die Schönheit der Kirschblüte.
Dann kommt mir Roséwein in den Sinn. Ich habe eine besondere Vorliebe für Minuty, und Rosé bedeutet für mich Südfrankreich. Und Südfrankreich wiederum lässt mich an Saint-Jean-Cap-Ferrat denken, die Halbinsel neben Nizza, auf der die Villa Ephrussi de Rothschild steht, ein Vermächtnis der Familie Rothschild. Auch das zarte Rosa ihrer Mauern kommt mir dabei in den Sinn.
Und wenn es um Rosa geht, denke ich auch an Édith Piafs Chanson „La Vie en rose“, was wörtlich „Leben in Rosa“ bedeutet.
In meinen Gedanken existieren Bilder von Frankreich und Japan Seite an Seite, als würden sie miteinander um einen Platz in meinem Kopf konkurrieren. Rosa ist nicht einfach nur „süß“. Es ist eine Farbe, die viele verschiedene Interpretationen zulässt und etwas Geheimnisvolles an sich hat – und genau deshalb liebe ich sie.
Saint-Emilion
Prune
Die Farbe Prune - oder wie ich sie gerne nenne: Azuki, nach den roten Bohnen, die in japanischen Süßspeisen verwendet werden - gehört zu meinen Lieblingsfarben. Sie hat etwas Nostalgisches und erinnert mich gleichzeitig an Datteln, Pflaumen und Rosinen, aber auch an die tiefen Weinfarben.
Diese besondere Farbe ist für mich sehr international. Ich kann mir zum Beispiel sehr gut einen Kimono in Prune vorstellen. Es ist eine vielseitige Farbe, die sich mühelos mit unterschiedlichsten Stilen und anderen Farben kombinieren lässt.

SCHOKOLADE

Giverny
Wenn ich an Giverny denke, denke ich an das Zuhause des Malers Claude Monet. Es ist ein kleines Dorf in der Normandie, etwa eine Stunde von Paris entfernt, das für Monets Atelier und seinen japanisch inspirierten Garten bekannt ist. Sein Haus ist voller japanischer Holzschnitte. Ich besuchte Giverny zum ersten Mal als Student im Rahmen eines Kunstgeschichtskurses und bin seitdem viele Male dorthin zurückgekehrt.
Hier kann man spüren, wie tief die japanische Kunst Monet und die anderen impressionistischen Maler beeinflusst hat.
Dieser Grünton scheint zu sagen: „Du bist genau richtig, so wie du bist.“ Der üppige Garten, die Seerosenblätter, das Licht, das sich auf dem Teich spiegelt, Monets Gemälde, die Keramik im Haus – all das verkörpert für mich die Farbe von Giverny.
Wer Giverny besucht, kann sehen, wie der Einfluss Japans dazu beitrug, den Impressionismus einzuleiten, eine Epoche von großer Bedeutung für die französische Geschichte. Giverny ist die Farbe, die einem das Gefühl gibt, jeden Tag selbstbewusst leben zu können.

KHAKI
Wenn ich an Khaki denke, denke ich an die klare, frische Luft der Schweizer Alpen. Als ich früher beruflich nach Zürich reiste, war es für mich das Schönste an der Woche, am Wochenende in die Berge zu fahren. Umgeben von dieser weiten, beeindruckenden Natur verspürte ich ein wunderbares Gefühl von Freiheit. Für mich ist Khaki die Farbe, die genau dieses Gefühl in sich trägt.

MARINEBLAU
Wenn ich an Marineblau denke, denke ich an Van Goghs Nachthimmel. Mehrere seiner Meisterwerke kommen mir dabei in den Sinn, von denen jedes dieses Gefühl einfängt, die Sterne für immer betrachten zu wollen.
Marineblau gibt es in vielen Nuancen, doch ich finde, dass der Farbton von Michino genau richtig ist: nicht zu blau und nicht zu nah an Schwarz.
Am liebsten kombiniere ich ihn mit schwarzer Kleidung. Das Ergebnis wirkt elegant und raffiniert, mit einem unverkennbar Pariser Flair.

Eclipse
Wenn ich an Eclipse denke, stelle ich mir die Tiefen des Meeres vor – ein Meer, das ich ewig betrachten könnte.
Das Meer kann wunderschön sein, zugleich aber auch beängstigend. Hinter dieser Angst liegen Selbstvertrauen und eine neugierige Seite meiner selbst. Man kann sich nicht ins Meer begeben, ohne sich selbst zu kennen. Mit diesen Gedanken im Hinterkopf genieße ich den Farbton Eclipse. Vielleicht ist Eclipse die Farbe, die Selbstvertrauen schenkt.
Wenn ich auf das Meer blicke, schweifen meine Gedanken durch alles, was mich beschäftigt: wie ich leben möchte, welchen Weg ich gehe, was ich als Nächstes erreichen möchte, wohin ich gehen will, was ich mir wünsche und wen ich sehen möchte. Der tiefblaue Meereston von Eclipse schafft diesen Raum für stille Reflexion.
Und immer wieder frage ich mich, was wohl jenseits dieses Meeres liegt. Ist es Japan? New York, wo ich früher gelebt habe? Oder Paris, wo ich heute lebe?

Anthrazitgrau
Anthrazitgrau ist für mich ein sanftes, zurückhaltendes Schwarz. Es erinnert mich an Hiroshi Sugimotos Serie Theaters: einen Moment, in dem die Zeit stillzustehen scheint, kurz bevor etwas beginnt. Jedes Mal, wenn ich diese Fotografien sehe, frage ich mich, was wohl gleich geschehen wird.
In dem Augenblick, in dem etwas beginnt, kommt eine reine, fast kindliche Freude auf. Und wenn ich daran denke, erscheint Anthrazitgrau plötzlich auf seltsame Weise farbenfroh.
Auch andere Bilder kommen mir in den Sinn: ein frühes Gemälde von Mondrian, das Lichtreflexe auf dem Wasser zeigt, Ansel Adams’ Schwarz-Weiß-Fotografien des Yosemite Valley und Giacomettis stehende Figuren.

SCHWARZ
Wenn ich an Schwarz denke, sehe ich vor meinem inneren Auge eine Schwarz-Weiß-Fotografie einer Frau in einem Smoking von Saint Laurent. Für mich verkörpert sie den wahren Geist der Saint-Laurent-Ära: den Moment, in dem eine Frau zum ersten Mal einen Anzug trug – wie ein Ausdruck der Hoffnung auf eine Welt der Gleichberechtigung der Geschlechter.
Auch der Fotoband von Yohji Yamamoto und Nick Knight kommt mir in den Sinn – ein Werk, das in die Modegeschichte eingehen wird. Mario Giacomellis Fotografie „Dancing in the Snow“ zeigt wiederum, dass Schwarz auch eine spielerische Seite haben kann.
Während meines Studiums an der New York University absolvierte ich ein Praktikum in Yohji Yamamotos Pressebüro. Die Jacke, die ich am Ende meines Praktikums mit 18 Jahren geschenkt bekam, war das erste Luxuskleidungsstück, das ich je besaß. Bis heute bewahre ich sie mit großer Sorgfalt auf und trage sie von Zeit zu Zeit.
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